Weltfriedenstag: So setzen Nobelpreisträger Ihre Stimme ein

Weltfriedenstag: Wie berühmte Nobelpreisträger ihre Stimmen für den Frieden eingesetzt haben

10. Juli 2019 | ipalat

Der Weltfriedenstag findet in Deutschland offiziell seit 1966 jedes Jahr am 1. September als Gedenktag statt und wird auch Antikriegstag genannt. Er soll an den Beginn des 2. Weltkriegs erinnern, der mit dem Überfall auf Polen eben am 1. September im Jahr 1939 begann. Übrigens: Nur wenig später, am 21. September, findet der internationale Tag des Friedens der Vereinten Nationen (UNO) statt.

In diesem Blogartikel wollen wir uns den Weltfriedenstag zum Anlass nehmen und uns Menschen widmen, die ihre Stimme für den Frieden erhoben haben und zeigen, was Stimme Großes bewegen kann. Außerdem erklären wir, warum auch schweigen eine Form des Protests sein kann.

Zum Weltfriedenstag: Berühmte Friedensnobelpreisträger & ihr Leben

Was haben Mutter Teresa & Barack Obama gemeinsam? Sie sind beide Friedensnobelpreisträger. Jedes Jahr wird der Nobelpreis an Personen verliehen, die herausragenden Einsatz für den Frieden gezeigt haben. 2019 sind fast 300 Personen für den populären Preis nominiert, unter anderem auch die 16-jährige schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg, die als Anführerin der Klimaproteste „Fridays for Future“ gilt.

Wir haben den Weltfriedenstag zum Anlass genommen und möchten Ihnen einige bekannte Friedensnobelpreisträger vorstellen und Ihnen zeigen, wie sie mit ihrer Stimme die Welt bewegt haben.

Martin Luther King (1929 – 1968)

Das legendäre „I have a dream“ (deutsch: „Ich habe einen Traum“) aus Martin Luther Kings bekanntester Rede hat jeder schon einmal gehört. Diese Worte stammen aus seiner Rede, die er 1963 vor 250.000 Menschen auf einer Kundgebung für Freiheit und Arbeit in Washington hielt. Martin Luther King war ein US-amerikanischer Pastor und Bürgerrechtler. Er rief eine Massenbewegung ins Leben, die dafür sorgte, dass Rassentrennung in den USA gesetzlich aufgehoben wurde und die schwarze Bevölkerung in den US-Südstaaten ein Wahlrecht erhielt.

Doch warum blieb seine Rede in Washington so vielen im Gedächtnis? Was hat seine Stimme damit zu tun? Zunächst einmal muss man feststellen, dass die eben genannte Ansprache sehr viel länger war, als der Teilabschnitt, der weitläufig bekannt ist. Gegen Ende der Rede setzt Martin Luther King auf ein sich wiederholendes Element. Den einleitenden Satz „I have a dream“ ergänzt er immer wieder mit anderen Träumen, die er für die Zukunft hat. So verpackt er seine wichtigsten Botschaften in eine einprägsame Form, die durch die Wiederholung im Gedächtnis bleibt. Bei seinem Vortrag steigert er die Lautstärke und Geschwindigkeit seiner Stimme. Martin Luther Kings Rede können Sie sich im folgenden Video im Originalausschnitt ansehen:

Martin Luther King erhielt 1964 den Friedensnobelpreis und wurde wenige Jahre später bei einem Attentat erschossen.

Willy Brandt (1913 – 1992)

Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.“

1971 wurde Willy Brandt der Friedensnobelpreis verliehen für seine Ostpolitik, welche zur Entspannung im Kalten Krieg beitrug. Als vierter Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland ist er der wohl berühmteste deutsche Nobelpreisträger. Als Willy Brandt Bundeskanzler wurde, war Deutschland geteilt und er machte die Verständigung zwischen Westdeutschland und dem Osten zu einem seiner wichtigsten politischen Ziele. Auch nach seinem Rücktritt als Bundeskanzler setzte er sich intensiv für den Frieden ein. Durch die Wiedervereinigung erfüllte sich für ihn im hohen Alter ein politischer Lebenstraum: „Jetzt sind wir in einer Situation, in der wieder zusammenwächst, was zusammengehört.“

Bekannt war Willy Brandt auch für seine hervorragende Redekunst. Dabei setzte er zum einen auf einen leicht verständlichen, unkomplizierten Satzbau und kurze Sätze und kommunizierte häufig auf persönlicher Ebene, was bei den Zuhörern ein Wir-Gefühl erzeugen sollte.

Ausschnitte seiner wichtigsten Reden können Sie hier in Originaltönen nachhören:

https://www.ndr.de/kultur/geschichte/brandt257.html

Mahatma Gandhi (1869 – 1948)

Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg.“

Mohandas Karamchand Gandhi – besser bekannt als Mahatma Gandhi – ist ein Widerstandskämpfer und Pazifist. Er setzte sich zu Lebzeiten gegen Rassentrennung, für Gleichberechtigung, Menschenrechte für Frauen und Versöhnung zwischen Religionen ein. Gandhis historische Rede „Quit India“ forderte den Abzug der Briten aus seiner Heimat Indien. Mahatma Gandhi gilt als ein sehr strikter Kämpfer für den Frieden. So landete er für seinen Einsatz mehrmals im Gefängnis, kämpfte aber, kaum zurück in Freiheit, wieder für Frieden und Unabhängigkeit. Um seine Ziele durchzusetzen, setzte er nicht nur auf seine Stimme, sondern oftmals auch auf Taten und hungerte teilweise wochenlang. Gandhi kann sich zwar nicht zwischen den anderen Friedensnobelpreisträgern einreihen, wurde aber in fünf Jahren insgesamt zwölf Mal für sein Engagement nominiert. Er starb 1948 durch ein Attentat.

Der Friedennobelpreis kann jedoch nicht nur an Personen verliehen werden. 2012 erhielt ihn zum Beispiel die Europäische Union (EU). Begründet wurde die Auszeichnung mit der Arbeit, die zur Entwicklung von Frieden und Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa beiträgt. Mittlerweile kann die EU auf 70 Jahre Frieden zurückblicken.

Nicht nur am Weltfriedenstag: Warum Schweigen auch eine Form des Protests sein kann

Mutige Persönlichkeiten, die sich für den Frieden eingesetzt haben, sind oft für ihre starke Stimme und ihre überzeugenden Reden bekannt. Von ihnen stammen Zitate, die später große Bekanntheit erlangt haben. Doch Stimmen des Friedens können auch wirken, wenn sie ganz leise sind und gar nichts sagen. Schweigemärsche und Schweigeminuten sind eine besondere Form des Protests, bei dem die Stimme bewusst nicht eingesetzt wird, um öffentlich Trauer, Mitgefühl o.Ä. auszudrücken.

Wie Menschen mit Ihrer Still Großes bewirkt haben, können Sie auch in unserem Blogbeitrag zum Thema Mauerfall nachlesen.

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